Pressemitteilung - Lille, Brüssel, 14.6.2018

13.06.2018

Alain Minet, den die Konsumenten von unzähligen Verkostungen in Supermärkten und Messen kennen, hat sich in den vergangenen Jahren unermüdlich für die Faire Milch stark gemacht und wurde für diesen wertvollen Einsatz ebenfalls mit einer Goldene Faironika geehrt.

Europäische Faire Milch Konferenz in Lille ehrt verantwortungsvolles Engagement im Agrarsektor

(Lille, Brüssel, 14.6.2018) And the Golden Faironika goes to.... Bei der heutigen Preisverleihung im Rahmen der Fairen Milch Konferenz in Lille gingen die sieben sympathischen goldenen Kühe an engagierte Bürger und Institutionen, die sich um eine nachhaltige Milcherzeugung verdient gemacht haben. Für seine verantwortungsvolle Arbeit im Bereich Milch erhielt beispielsweise der Ausschuss der Regionen der EU eine der begehrten Auszeichnungen. Daneben wurde auch Journalisten, Vertretern von Verarbeitung und Vertrieb und nicht zuletzt Landwirten dafür gedankt, dass sie mit Herz und Seele ihrem Beruf nachgehen und dabei stets den Fokus auf Fairness haben.

Roberto Cavaliere, Vorstandsmitglied des European Milk Board (EMB) und Präsident der Fairen Milch Italien, unterstrich in seiner Laudatio für den Ausschuss der Regionen (AdR) die wichtige Rolle des Preisträgers in Sachen Milchpolitik. Cavaliere wies dabei auf die wichtige Debatte hin, die der AdR zur Verbesserung der Bedingungen der europäischen Milcherzeuger kontinuierlich führe: „Der Ausschuss der Regionen hat bereits vor dem Ende der Milchquote gewarnt, dass die EU keine effektiven Instrumente in der Hand hat, um den Zusammenbruch der Milchpreise zu verhindern – und hat damit leider Recht gehabt.“ Seit Jahren setze sich die Brüsseler Institution mit konkreten Vorschlägen dafür ein, die Position der Milchbauern zu verbessern und stellt dabei nicht nur ihre Expertise unter Beweis, sondern vor allem auch politische Weitsichtigkeit. „Der AdR hat stets darauf gepocht, dass die Menge angepasst werden muss, um zukünftige Krisen zu vermeiden“, führte Cavaliere weiter aus.

Dass die Milchbauern zuverlässige Mitstreiter benötigen, betonte Jean-Luc Pruvot, Präsident der FaireFrance, in seiner Lobrede auf die Preisträger aus Verarbeitung und Vertrieb. „Herr Emmanuel Vasseneix, Präsident der Molkerei LSDH ist nicht nur seit Beginn der französischen Fairen Milch ein loyaler Partner, sondern hat uns Milchproduzenten vor allem auch menschlich in unserem Bemühen um kostendeckende Preise unterstützt.“ Christian Rodot, Leclerc-Mitglied in Chambry und Mitglied der Genossenschaft Scapest, habe im wahrsten Sinne des Wortes die Türen zu seinem Geschäft geöffnet und den ersten Lastwagen mit Fairer Milch abgenommen und damit den Weg für eine faire Erzeugermilch mit geebnet, so Pruvot.

Dieses Jahr gingen erstmals auch 2 goldene Kühe an Vertreter der Presse: So wurden die französischen Journalisten Sabine und Bernard Godard für ihre sachkundige und engagierte Berichterstattung geehrt. Daneben wurde die niederländische Agrar- und Umweltjournalistin Geesje Rotgers gewürdigt, da sie laut Jury mit kritischem Blick hinter die (Milch-)Kulissen schaue und Zahlen und Fakten durch aktive Recherche hinterfrage.

Die Konferenz hat klar gemacht, dass die aktiven Mitglieder der Fairen Milch das Herzstück des europäischen Projekts sind. Überrascht mit einer Goldenen Faironika 2018 wurde daher Jean-Luc Pruvot, der nicht nur Präsident der Fairefrance, sondern auch engagierter Milcherzeuger ist. Er hat mit viel Herzblut und Leidenschaft die faire Milch in Frankreich nach vorne gebracht. Auch der Belgier Alain Minet, den die Konsumenten von unzähligen Verkostungen in Supermärkten und Messen kennen, hat sich in den vergangenen Jahren unermüdlich für die Faire Milch stark gemacht und wurde für diesen wertvollen Einsatz ebenfalls mit einer Goldene Faironika geehrt.

Erwin Schöpges, Vorsitzender des EMB, unterstreicht, dass die Milchbauern mit dem Faire Milch-Projekt aktiv Verantwortung für die Zukunft ihrer Höfe übernehmen. „In sieben europäischen Ländern gibt es mittlerweile Faire Milch-Produkte im Handel. Konsumenten, die diese Produkte kaufen, tragen dazu bei, dass die teilnehmenden Milchbauern kostendeckende Preise erhalten. Wir Erzeuger möchten einen großen Dank an unsere Verbraucher für diese Unterstützung aussprechen.“

Natürlich ist es das Ziel des EMB und seiner Mitglieder in ganz Europa, dass kostendeckende Preise für alle Milchproduzenten möglich werden. „Dieser Weg kann nur gemeinsam mit der EU-Politik gegangen werden, die im Milchsektor ein wirksames Kriseninstrument installieren muss“, so Schöpges weiter. Das Marktverantwortungsprogramm (MVP) wäre hier zur Stabilisierung des Sektors sehr gut geeignet.

Pressekontakt:

Schöpges Erwin: +32 497 90 45 47