Fairebel will die Produktion fairer Milch im Senegal und in Mauretanien fördern

13.10.2017

Milch lokal produzieren und dabei den Landwirten ein angemessenes Einkommen bieten - das ist inzwischen in Belgien, aber auch in Burkina Faso dank der Arbeit und des Know-hows von Fairebel und der Entwicklung des Labels Fairefaso im vergangenen Jahr möglich.

 

Nach Burkina Faso möchte Fairebel sich nun in Richtung Senegal und Mauretanien wenden. Vor dem restlichen Afrika?

In Zahlen

  • 3 Molkereien in Burkina Faso
  • 40 Landwirte und Erzeuger sind innerhalb der ersten Molkerei zusammengefasst
  • 300 Liter faire Milch werden täglich in Ouahigouya produziert

Seit einem Jahr entwickelt sich das Label Fairefaso, das die Produktion fairer Milch in Burkina Faso anstrebt, weitaus stärker als erhofft. Die Schaffung von Fairefaso verlief jedoch nicht völlig reibungslos. „Es gab kleinere Probleme bei der Belieferung der ersten Molkerei, die unter dem Label Fairefaso in Ouahigouya eröffnet wurde“, bestätigt der Faircoop-Vorsitzende Erwin Schöpges. „Aber seit sechs Monaten ist alles installiert und funktioniert sehr gut. Rund vierzig Landwirte können nun fast 300 Liter Milch pro Tag produzieren.“ Grund genug, andere Erzeuger und vor allem die Verbraucher und Politiker zu überzeugen, lokale, faire Milch zu fördern, statt Milchpulver zu konsumieren, das von multinationalen Unternehmen massenhaft nach Afrika importiert wird.

Alle Landwirte, ob in Belgien oder in Afrika, müssen ein anständiges Einkommen für ihre Arbeit erhalten

Und es funktioniert … „Das Projekt feierte seinen ersten Jahrestag und als Tüpfelchen auf dem i haben sich zwei weitere Molkereien dem Label Fairefaso angeschlossen“, freut sich Erwin Schöpges. „Die eine befindet sich in Fada, die andere in Bittou. Wir haben sie diesen Sommer eingeweiht. So wird neuen Erzeugern und Landwirten die Möglichkeit geboten, ein zusätzliches Einkommen zu erzielen und ein menschenwürdigeres Leben zu führen. “

Entwicklung in anderen afrikanischen Ländern

Nach Burkina Faso ist Erwin Schöpges vor einigen Wochen nach Dakar im Senegal gereist. Mit der Idee, dort das gleiche Konzept zu verwirklichen wie in Burkina … „Ich traf mich dort mit Vertretern von Oxfam sowie mit senegalesischen, aber auch mauretanischen Milcherzeugern, um zu diskutieren und zu arbeiten und unter den Labels Fairesen und Fairemau faire Milch in diesen Ländern anzubieten.“ Faircoop und ihr Vorsitzender gehen nicht davon aus, dass es bei diesen beiden Ländern bleibt und arbeiten derzeit mit Oxfam, SOS Faim und Vétérinaires Sans Frontières an der Veranstaltung eines Kongresses Ende Oktober in Ouagadougou, wenn alles gut geht. „Ziel dieses Kongresses ist die Förderung des Verbrauchs lokaler Milch, außerdem soll demonstriert werden, dass die Entwicklung dieser Projekte allen zugutekommen kann.“

Wir wollen faire Milch in anderen Ländern Afrikas entwickeln, wenn Bedarf besteht.

Dabei steht immer dieselbe Idee im Vordergrund: „Am wichtigsten ist es für uns zu gewährleisten, dass alle Landwirte für ihre Arbeit ein anständiges Einkommen erhalten.“ Die Konsequenzen können nämlich für das soziale Gefüge katastrophal sein. „Ein zusätzliches Gehalt erlaubt die Erhaltung ihres ländlichen Milieus. Wenn es den Erzeugern nicht gelingt, ihre Milch zu verkaufen und/oder davon zu leben, verlassen sie ihre Dörfer und lassen sich in der Stadt nieder, wo sie wahrscheinlich keine anständige Arbeit finden und so ihre Notlage verschärfen.“

Wir wollen die Label Fairesen und Fairemau schaffen

Faire Milch im Dienste des Wohlergehens der Menschen, davon müssen wir weitere afrikanische Länder überzeugen. Inzwischen wissen sie, an wen sie sich wenden müssen.

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Austausch zwischen Milcherzeugern als motivation

Durch Entwicklung von Labels für faire Milch in Afrika will Faircoop, die Genossenschaft, die hinter der Fairebel-Milch steht, vor allem den Austausch zwischen Erzeugern und Landwirten fördern.

„Dieser Austausch ist wichtig für uns, um uns an Verbraucher und an die politischen Entscheider wenden zu können“, bestätigt Erwin Schöpges, treibende Kraft von Fairecoop in Afrika. „Um ihnen zu erläutern, dass die Landwirtschaftspolitik und die Strategien der multinationalen Unternehmen, die immer mehr Milchpulver und abgepackte Milch exportieren wollen, Probleme schaffen. Nicht nur auf afrikanischer Ebene, sondern auch, weil zu viel Milch auf dem Markt ist. Ein Umstand, mit dem die Milcherzeuger, die außerdem kein angemessenes Einkommen erwirtschaften und für die die Produktionskosten nicht tragbar sind, nur schwer fertig werden. Das Ziel lautet Austausch und die Vermittlung der Botschaft über die konkrete Situation in Afrika an Verbraucher in Belgien und Europa. “