vom 21-25/10/2017 in Ouagadougou

07.11.2017

Wir waren vom 21-25/10/2017 in Ouagadougou, Burkina Faso und haben dort an den „72 St. der lokalen Milch“ teilgenommen.

Unter anderem ging es auch um das Projekt FAIRFASO, das den Milchproduzenten einen fairen Milchpreis garantieren, und auch als Qualitätslabel dienen soll. Dieses Projekt wurde mit der Unterstützung von den belgischen Organisationen MIG, FAIRCOOP und Oxfam vor ca einem Jahr initiiert und wird bereits in drei Minimolkereien erfolgreich benutzt.

Am 1. Tag haben wir an der Generalversammlung der UMPLB (Verband der Minimolkereien Burkina Faso) teilgenommen. In diesem Verband sind 48 Minimolkereien vereint, welche jeweils von durchschnittlich 40-50 Produzenten beliefert werden. Die Verarbeitungsmenge liegt bei ca 100-300  L täglich pro Molkerei.

Am 2.Tag stand der Austausch zwischen den verschiedenen Ländern im Vordergrund. Vertreten waren neben Burkina Faso: Senegal, Mauretanien, Mali, Tschad, Nigeria und Belgien. Dabei wurden politische Forderungen formuliert, die sich an die nationalen Regierungen, an die CEDEAO (Zusammenschluss Westafrikanischer Länder) und an die EU wenden. Das Hauptthema waren die massiven Milchpulverexporte von mit Pflanzenfett (Palmfett) angereichertem Magermilchpulver zu Dumpingpreisen in den Westafrikanischen Raum.

Außerdem wurde an der Weiterentwicklung der FAIREN MILCH in anderen Ländern weiter gearbeitet. Demnächst werden Senegal (FAIRESEN) und Mauretanien (FAIREMAU) an der Umsetzung des Projekts arbeiten. Es war das erste mal überhaupt, dass ein solcher internationaler Austausch unter Milcherzeugern stattgefunden hat.

Am 3.Tag wurden die Schlussfolgerungen und Forderungen in einer von allen teilnehmenden Staaten unterschriebenen Resolution zusammengefasst und der Öffentlichkeit, den politischen Vertretern und den Medien vorgestellt und erläutert.

Am 4. Tag, dem Tag unserer Abreise, hatten wir die Gelegenheit im Nahe gelegenen (60km) Koudougou eine Molkerei zu besichtigen. Diese verarbeitete zur Zeit 120L täglich zu pasteurisiertem Joghurt, Milch und Butter.

Abschließend kann ich sagen, dass es für mich eine sehr spannende und unvergessliche Erfahrung war. Wir haben Menschen aus einer ganz anderen Kultur und einem ganz anderen Umfeld kennengelernt. Die Motivation und der Einsatz, den die Verantwortlichen zeigten, hat uns zusätzlich nochmal motiviert. Es wird bestimmt spannend zu sehen, wie diese Bewegung sich weiter fortentwickeln wird. Die Zukunft gehört uns Milcherzeugern, wenn wir nur unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.