31 Mai 2016, Ouagadougou

31.05.2016

Fairefaso, die fair gehandelte Milch aus Burkina Faso ist geboren!

Es war ein wundervoller Tag. Wir fuhren die Straße nordostwärts Richtung Ouahigouya, 180 Kilometer von Ouagadougou entfernt. Wir wurden zur Einweihung des Projektes "Fairefaso - die fair gehandelte Milch" in der Molkerei Kossam Yadega erwartet. Unter der Laube schützten wir uns vor der angenehmen Sonne (immerhin 43°C!). Milcherzeugerinnen und Milcherzeuger waren zu diesem großen Ereignis ebenfalls angereist. Die Molkerei wird von 160 Erzeugern beliefert und sie waren heute fast alle da!

Ich habe also meine Kollegen und Kolleginnen wiedergetroffen, darunter Ibrahim Diallo, der neue Vorstand von Fairefaso. Vor einem Monat besuchte er mich auf meinem Bauernhof in Battice. Gemeinsam vertraten wir unser Anliegen im Europäischen Parlament und dann bei der Kommission. Es war nur 40°C kälter als heute.

Zwischen ihm und mir besteht ein gegenseitiges Vertrauen - eine wesentliche Voraussetzung, wenn man ein gemeinsames Projekt auf den Weg bringt. Wir sind Freunde geworden, als ob wir uns schon Jahre kennen würden.

Es ist mir also ein großes Vergnügen, Ihnen die Geburt von Fairefaso, der fair gehandelten Milch, zu verkünden. Es ist ein einzigartiges Projekt mit fünf Partnern: der Union der Mini-Molkereien in Burkina Faso, der MIG (das ist unsere Interessengemeinschaft der belgischen Landwirte für ein angemessenes Einkommen), die Faircoop (Fairebel) und Oxfam-Solidarité. Diese Partner bilden eine gute Mischung, um ein Projekt erfolgreich aufzubauen. Die MIG, Faircoop und Oxfam-Solidarité haben jeweils 10.000 € investiert. Die 30.000 € wurden in einen Lieferwagen investiert, um die Milch abzuholen und an die Geschäfte auszuliefern, eine Abfüllanlage für Joghurts und Babynahrung, Werbemittel, um den Bekanntheitsgrad der neuen Marke zu steigern und außerdem in einen Fonds, um Futtermittel für die Kühe zu bezahlen. Dies ist erforderlich, da diese Jahreszeit sehr trocken ist.

In meiner Eröffnungsrede habe ich ihnen gesagt, dass Ibrahim und sein Team eine gute Arbeit geleistet haben. Die Partner haben ihnen Gelder zur Verfügung gestellt, aber es ist klar, dass die Arbeit vor Ort anfällt und hier geleistet werden muss. Jetzt, da Fairefaso existiert, ist es wie im normalen Leben: die Marke muss sich etablieren, bekannter werden und alle Herausforderungen meistern. Das wird Zeit in Anspruch nehmen. Wir dürfen nicht zu schnell vorangehen. Wie ein Kleinkind geht Fairefaso Schritt für Schritt vorwärts.

Ich bin so stolz - noch mehr als am Anfang, denn dieses Projekt war nicht immer leicht gegenüber meinen Kollegen/innen bei der MIG und bei Fairebel zu verteidigen. Heute bin ich froh, ihnen beweisen zu können, dass wir ein gutes Projekt in Burkina Faso gestartet haben und ich weiß, dass sie es unterstützen werden. Übrigens können alle stolz sein: wir haben bewiesen, dass wir eine positive Grundeinstellung haben. Das Beste, was wir tun können, ist etwas zu kreieren und nicht zu zerstören. Gestern Abend, in einem Maquis (so nennt man die Bars hier), habe ich ein Lied gehört, das genau meine Gefühle dieses Tages beschreibt: "Es ist niemals zu spät!" Wir sollten nicht das Milchpulver zu Billigpreisen nach Afrika exportieren, sondern unser Wissen mit ihnen teilen.